Fettleber- eine neue Volkskrankheit

Die Leberverfettung ist eine Zivilisationskrankheit, deren  Ursachen  großteils in der modernen Lebensweise liegen : falsche Ernährung - besonders zu viele Kohlenhydrate, mangelnde Bewegung, Übergewicht, aber auch Alkoholmissbrauch und bestimmte Medikamente begünstigen diese Krankheit. Auch schlanke Menschen sind nicht davor gefeit. Eiweißmangel - zum Beispiel durch Unterernährung - kann ebenfalls auf Dauer zu einer Fettleber führen. Die Krankheit kann über Jahre völlig unbemerkt verlaufen.

Die Leber lagert Fett ein und schwillt an - in schweren Fällen bis auf die doppelte Größe. Meistens sind die Patienten lange Zeit beschwerdefrei und  die ersten Symptome sind Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Selbst die Leberwerte (GOT, GPT) geben im ersten Stadium bei einer Blutuntersuchung noch keinen Hinweis. Erst wenn die Fettleber sich entzündet, treten mitunter Symptome einer Gelbsucht auf. Da eine verfettete Leber ihren Aufgaben als Stoffwechselorgan nicht mehr richtig nachkommen kann, entgleisen nach und nach auch die Blutzucker- und Blutfettwerte.

Für die Entstehung einer Fettleber  waren früher die Klassiker Alkohol und fettes Essen die Hauptursachen . In den letzten Jahren zeigt sich, dass die häufigste Lebererkrankung in Deutschland immer öfter durch einen bewegungsarmen Lebensstil und ungesunde Ernährung ausgelöst wird. Und viele Betroffene ahnen nichts von ihrer Fettlebererkrankung, die ernsthafte Folgen haben kann. Mit der direkten Frage „Ist Ihre Leber gesund?“ lenken die Ausrichter des 19. Deutschen Lebertages – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche Leberhilfe e. V. – die Aufmerksamkeit bereits im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages am 20. November 2018 auf die „Trenderkrankung“ Fettleber.

„Zu den Ursachen, die meistens in Kombinationen zu einer Fettlebererkrankung führen, zählen neben falscher Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht, starker Alkoholkonsum oder auch ein bestehender Diabetes mellitus“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und führt weiter aus: „Eine Fettlebererkrankung kann auch durch seltene genetische Ursachen bedingt sein. Dies sollte insbesondere bei schlanken Patienten mit ausgeprägter Fettleber berücksichtigt werden.“Damit eine erkrankte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist der Test der Leber-Blutwerte wichtig.

Speziell übergewichtige Menschen und Patienten mit einem Diabetes mellitus sollten beim Arztbesuch eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und abklären.

Mediziner unterscheiden zwischen einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und einer alkoholischen Fettleber (AFL) – häufig ist es schwierig, diese Unterscheidung eindeutig zu treffen. Im ersten Stadium der Erkrankung handelt es sich bei beiden Erkrankungsvarianten um eine reine Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen, man spricht von einer Steatohepatitis. Aus dieser Fettleberhepatitis kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) entwickeln. Auch Leberzellkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer entzündeten Fettleber.

Leider gibt  es bislang keine anerkannte medikamentöse Behandlung der Fettleber: „Aktuell sind verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkprinzipien in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Reduzierung des Körpergewichts führt in jedem Fall zur Reduzierung von Leberfett und Fibrose“, sagt Professor Manns.

Diesen direkten Zusammenhang von Körpergewicht, Fitnesslevel und Lebergesundheit bestätigen immer mehr aktuelle Studienergebnisse: Bereits eine Gewichtsreduktion von über zehn Prozent bewirkt in den meisten Fällen die Rückbildung einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) und eine Verbesserung einer Leberfibrose.

Vielen Menschen ist dieser direkte Zusammenhang zwischen dem Risikofaktor Lebensstil und Fettlebererkrankung nicht bekannt. Und die Frage „Ist Ihre Leber gesund?“ wird vermutlich auch von medizinischer Seite zu selten gestellt. Um unter anderem für den aktuellen Themenkomplex „Fettleber und Lebensstil“ mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und auch bei hausärztlichen und fachärztlichen Versorgern zu generieren, stellen die Ausrichter die Lebergesundheit am 20. November 2018 bundesweit im Rahmen des 19. Deutschen Lebertages in den Fokus. Das Besondere in diesem Jahr: Bei zwei kostenfreien Telefonaktionen werden Leber-Experten die individuellen Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten. Die Details zu diesen Lebertag-Telefonaktionen werden rechtzeitig veröffentlicht.

Mehr Infos zum 19. Deutschen Lebertag unter: www.lebertag.org


Die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2018:

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
info@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org